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Was bedeutet Hingabe

nadiadoradoneu
18. Okt.
2 Min. Lesezeit

Hingabe bedeutet nicht, dass du dich selbst aufgibst.


Vielleicht ist es sogar das Gegenteil.


Du hörst auf, dich selbst zurückzuhalten. Du lässt den Widerstand dagegen los, wie du dich gerade ausdrücken möchtest und wie das Leben sich durch dich bewegen will.


Nicht jeder Impuls muss ausgelebt werden. Aber er darf zunächst wahrgenommen werden, ohne sofort korrigiert, kontrolliert oder in eine vertraute Form gepresst zu werden.


Dann entsteht Raum für etwas, das sich nicht vollständig planen lässt:

Spontanität. Freiheit. Liebe. Unberechenbarkeit. Lebendigkeit.


Du musst nicht schon vorher wissen, wie du sein wirst oder was im Leben passieren wird.


Du darfst still sein, wenn Stille kommt.

Wild, wenn Kraft sich bewegt.

Zart, wenn dein Herz sich öffnet.

Klar, wenn ein Nein auftaucht.

Voller Freude, wenn Freude durch dich hindurchwill.


Hingabe heisst dann nicht: „Ich gebe mich auf.“

Sondern:

„Ich höre auf, gegen das Leben in mir anzukämpfen.“


Und vielleicht liegt genau darin Freiheit: nicht jede Bewegung kontrollieren zu müssen, sondern etwas tieferem in dir so weit zu vertrauen, dass Leben wieder unmittelbar werden darf.


Dabei bedeutet Unberechenbarkeit nicht Willkür oder Rücksichtslosigkeit. Es bedeutet, dass du dich nicht mehr zwingst, immer die gleiche, erwartbare Version deiner selbst zu sein. Du bleibst in Kontakt mit dir und mit der Situation – aber deine nächste Bewegung muss nicht schon durch eine alte Rolle oder ein gewohntes Muster festgelegt sein.


Und auch Hingabe ist nicht Passivität. Ein sehr klares Nein kann genauso Hingabe sein wie ein Ja. Wegzugehen kann Hingabe sein. Zu tanzen, zu schweigen, zu weinen oder spontan etwas völlig anderes zu tun als geplant ebenfalls. Entscheidend ist weniger die äussere Handlung als die Frage:


Kommt eine Bewegung/ der Lebensaudruck aus innerem Widerstand und Kontrolle – oder aus wirklichem Kontakt mit dem, was gerade lebendig ist?


Hingabe ist nicht, dich selbst aufzugeben.


Es ist, den Widerstand dagegen loszulassen, wie das Leben sich gerade durch dich ausdrücken möchte. Es ist den Widerstand dagegen loszulassen, was gerade wahr ist.

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