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Zwischenmenschliche Abhängigkeiten – Masken und geglaubte Rollen

September 9, 2019

Viele von uns leben in einer Welt, in der zwischenmenschliche Abhängigkeiten und unbewusste Verträge an der Tagesordnung sind.

Ich spreche nicht von der Abhängigkeit von einem Kind zu den Eltern. Sondern ich spreche vorwiegend von den Abhängigkeiten unter Erwachsenen. Diese Abhängigkeiten sehen in etwa so aus:

  • Ich sage das nicht, also bitte sage du auch das, was ich hören möchte

  • Ich sage ja, also bitte sage auch du ja, auch wenn es dir nicht danach ist

  • Ich sage du gefällst mir, also bitte sage auch, dass ich dir gefalle

  • Ich sage ich liebe dich, also bitte erwidere meine Liebe

  • Ich ignoriere mein Bedürfnis, also bitte ignoriere auch du dein Bedürfnis

  • Ich fühle mich schlecht, also bitte mach, dass ich mich wieder gut fühle

  • Ich bin schwach, du bist stark, also bitte gib mir deine Stärke

  • Du bist mein Mann oder mein Kind, du gehörst mir und ich habe folgende Vorstellung von dir und Erwartung an dich…

Die Liste könnte endlos weitergeführt werden. Diese Abhängigkeiten und Verträge laufen in der Regel unbewusst ab. Sie bilden ein Netz von Forderungen, geglaubten Realitäten und Enttäuschungen. Es ist ein Schleier voller Gedanken, welcher über uns Menschen liegt und das Wirkliche verdeckt.

 

Was ist das Wirkliche, die tiefere Wahrheit?

 

Ich nenne sie das, was unter diesen Gedanken, Verträgen, Forderungen, der Oberfläche liegt. Die Wahrheit ist das, was und wie ich eigentlich in Wahrheit Fühle und Denke es aber nicht zulasse/ kommuniziere aus Angst andere oder mich selbst zu verletzen. So verhalten wir uns oft so, wie andere es gerne hätten und tun das, damit wir nicht mit dem Gedanken in Berührung kommen, falsch, egoistisch oder anders zu sein.

 

Doch was ist falsch?

Aus meiner Sicht ist «falsch» das, was eben an der Tagesordnung liegt. Nicht das zu leben, nicht das zu sagen nicht das zu tun was ich in Wahrheit möchte. Falsch daran ist, dass wir unehrlich gegenüber uns selbst und gegenüber unseren Mitmenschen sind. Und da sich viele von uns so verhalten, glauben wir mit der Zeit, dass dieser Schleier die «wirkliche» Wahrheit ist und ernsthaft etwas über uns aussagt.

Was die Folge ist: wir fühlen uns leer, missverstanden, unglücklich, traurig etc. weil wir nicht zu dem stehen was wirklich ist – in diesem Moment. Das verflixte ist, dass dieses Spiel endlos weitergeht und uns in die Spirale der Abhängigkeiten, Forderungen und Erwartungen einlullt.

 

Eine der herausforderndsten Lektionen in meinem Leben war folgende:

  • Alles was ich in anderen sehe und glaube nicht zu haben, steckt auch in mir (in unterschiedlich ausgeprägter Form).

  • Wenn ich etwas Bestimmtes von einem anderen hören möchte dann vielleicht darum, weil ich den eigenen Glauben (über mich selbst) nicht bestätigt haben möchte.

  • Wenn ich ein Verhalten von jemandem bestimmten fordere dann aus dem Grund, weil ich glaube, dass nur diese eine Person mir etwas geben kann (z.B. Partner). Ich ignoriere die Option, dass es andere Menschen gibt, welche mir das auch geben könnten. Die tiefere Wahrheit ist sogar, dass ich das Meiste, was ich glaube erhalten zu müssen, mir selber geben kann resp. bereits in mir vorhanden ist.

  • Alles was das scheinbare Aussen in mir auslöst, hat in Wahrheit mit mir selbst zu tun.

 

Zugegeben, diese Lektionen dauerten etwas, bis ich sie wirklich verstanden und integriert habe. Das wundervolle aber ist dabei, dass wir lernen die Verantwortung für unser ganzes Sein, das heisst unsere Emotionen, Gefühle und Gedanken zu übernehmen. Das hilft die Opferidentität abzulegen und in die EIGENE Kraft zu kommen. Mit der Zeit, werden wir zudem die eigenen geglaubten Rollen, Identitäten, Abhängigkeiten und Forderungen ablegen was heisst, dass wir das sein dürfen was wir wirklich sind und unsere Mitmenschen auch.

 

Das ist nicht unbedingt immer nur ein angenehmer Prozess, jedoch ein befreiender und sehr erkenntnisreicher Weg über uns und das Leben.

 

Was für eine Befreiung und wie lebendig sich das Leben plötzlich zeigen kann!

 

Dies bedingt jedoch, dass wir lernen uns selbst mit allen Ecken und Kanten, mit allen Höhen und Tiefen, mit allem Schönen und Unschönen zu akzeptieren und anzunehmen. Und je mehr wir das bei uns selbst tun können, umso mehr können wir es auch bei unseren Mitmenschen. Denn mit der Zeit werden wir erkennen, dass alle Menschen unter dem Strich dieselben Themen haben – in unterschiedlich ausgeprägter Form. Dies bringt auch eine gewisse Gelassenheit mit sich, weil wir nicht mehr etwas ignorieren, verstecken oder verurteilen müssen.

 

Das aus meiner Perspektive Schönste daran ist aber, dass der Mensch langsam aber sicher zu dem werden kann was er in Wahrheit ist:  

 

Individuelles, buntes, unberechenbares Leben.

 

Willkommen Leben.

 

Von Herzen

Nadia

 

 

 

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